Alle fünf Jahre erhebt das Statistische Bundesamt die repräsentative Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Dafür werden rund 60.000 Haushalte in Deutschland zu ihrer Einkommenssituation, ihren Ausgaben sowie ihrem Konsum- und Vorsorgeverhalten befragt. Auch der Versicherungsschutz der Haushalte ist Bestandteil der Erhebung. Die Ergebnisse der jüngsten Befragung wurden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Hinblick auf die Verbreitung verschiedener Versicherungsarten ausgewertet.
Die Auswertung zeigt, dass freiwillige Versicherungen in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen. Mit einer Verbreitung von mehr als 89 Prozent bleibt die private Haftpflichtversicherung die mit Abstand am häufigsten abgeschlossene freiwillige Versicherung. Gegenüber der vorherigen Erhebung konnte ihr Verbreitungsgrad nochmals deutlich zulegen und stieg von knapp 83 Prozent auf über 89 Prozent der Haushalte.
Auch die Hausratversicherung verzeichnete einen Zuwachs. Während bei der letzten Erhebung 75,7 Prozent der Haushalte über eine entsprechende Absicherung verfügten, lag der Anteil zuletzt bei 78 Prozent. Ebenfalls häufiger abgeschlossen wurde die Rechtsschutzversicherung. Mittlerweile besitzt nahezu jeder zweite Haushalt in Deutschland einen entsprechenden Vertrag, nachdem der Anteil zuvor bei 46,3 Prozent gelegen hatte.
Den stärksten Anstieg verzeichneten private Krankenzusatzversicherungen. Ihr Verbreitungsgrad erhöhte sich innerhalb des Erhebungszeitraums von 31,6 auf 47,5 Prozent. Damit verfügt inzwischen nahezu jeder zweite Haushalt über eine ergänzende Absicherung, die je nach Tarif beispielsweise Leistungen für Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder Krankenhausaufenthalte erweitern kann.
„Heute schützen sich die Menschen umfassender vor alltäglichen und existenziellen Risiken. Daran sieht man, welchen Stellenwert finanzielle Sicherheit für viele Haushalte hat“, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen die Ergebnisse.
Die Auswertung verdeutlicht, dass viele Haushalte freiwillige Versicherungen zunehmend als wichtigen Bestandteil ihrer finanziellen Vorsorge betrachten. Angesichts steigender Kosten und wachsender Risiken gewinnt eine bedarfsgerechte Absicherung für viele Menschen weiter an Bedeutung.

