Versicherungs-News

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Aktuelle News

Arbeitsrechtsschutz gewinnt durch Wirtschaftsflaute an Bedeutung
Die lahmende Konjunktur und die daraus resultierenden Jobverluste haben im ersten Halbjahr 2026 sowohl für steigendes Interesse an Rechtsschutzpolicen als auch für höhere Leistungsausgaben im Arbeitsrechtsschutz gesorgt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet für das Gesamtjahr ein Beitragswachstum von 4,5 Prozent in der Sparte. „Wenn Unternehmen Stellen abbauen oder umstrukturieren, nehmen auch die Konflikte […]
Ombudsstelle für Investmentfonds ächzt unter (KI-gestütztem?) Beschwerdeanstieg
Wie stark nimmt der Beratungsbedarf bei Streitigkeiten über Fonds zu? Weniger Beschwerden im Jahr 2025, aber deutlich mehr Eingänge im laufenden Jahr: Die Ombudsstelle für Investmentfonds beobachtet eine neue Entwicklung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wenn Anleger Streit mit einer Fondsgesellschaft oder einem anderen teilnehmenden Finanzunternehmen haben, können sie sich an die Ombudsstelle für […]

Exportwirtschaft schöpft Hoffnung

Deutsche Exportwirtschaft blickt wieder zuversichtlicher nach vorn

Die Exporterwartungen deutscher Unternehmen haben sich im August deutlich verbessert

Nach einem spürbaren Anstieg der deutschen Exporte im zweiten Quartal 2026 richtet sich der Blick der exportorientierten Unternehmen wieder etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Die aktuellen Zahlen des ifo Instituts zeigen eine deutliche Verbesserung der Stimmung. Die ifo Exporterwartungen stiegen im August auf plus 9,6 Punkte, nachdem sie im Juli noch bei minus 2,8 Punkten gelegen hatten. Damit verzeichnete der Indikator den stärksten Anstieg seit Juni 2020 und erreichte zugleich den höchsten Stand seit Februar 2022.

Auch die tatsächliche Entwicklung der deutschen Ausfuhren fällt zuletzt positiv aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im zweiten Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im ersten Quartal. Besonders deutlich legten die Warenexporte mit einem Plus von 2,6 Prozent zu. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres lagen die preisbereinigten Exporte insgesamt sogar 3,7 Prozent höher.

Damit gibt es derzeit Anzeichen für eine Belebung des deutschen Außenhandels. Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung ein differenziertes Bild. Während sich die Nachfrage innerhalb Europas deutlich verbessert hat, bleibt das Geschäft mit China weiterhin schwach. Das ifo Institut berichtet, dass insbesondere die Ausfuhren in die Europäische Union an Dynamik gewonnen haben, während die Exporte nach China weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Von der stärkeren Nachfrage profitieren vor allem bestimmte Branchen. Besonders optimistisch zeigen sich die Hersteller elektrischer Ausrüstungen. Auch Unternehmen aus den Bereichen Datenverarbeitungsgeräte sowie elektronische und optische Erzeugnisse blicken zuversichtlich auf ihr Auslandsgeschäft. Nach Einschätzung des ifo Instituts könnten die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz die Nachfrage in diesen Bereichen unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der weltweite Ausbau digitaler Infrastruktur. Der zunehmende Bedarf an Rechenzentren und entsprechender technischer Ausstattung schafft zusätzliche Nachfrage nach elektrischen Komponenten, IT Infrastruktur sowie Datenverarbeitungs- und Kommunikationstechnik. Für deutsche Unternehmen aus diesen Bereichen eröffnet sich damit ein wachsendes internationales Absatzpotenzial.

Auch die deutsche Automobilindustrie zeigt sich inzwischen wieder zuversichtlicher. Nachdem die Exportaussichten der Branche über längere Zeit unter Druck standen, hat sich die Stimmung in der jüngsten ifo Befragung deutlich verbessert. Das bedeutet allerdings nicht, dass die strukturellen Herausforderungen der Branche damit verschwunden sind. Vielmehr zeigt sich, dass die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate wieder positiver ausfallen.

Nicht alle Wirtschaftszweige teilen diese Entwicklung. Zurückhaltender ist die Stimmung unter anderem in der Papierindustrie sowie bei Unternehmen der Metallerzeugung und Metallbearbeitung. Diese Branchen rechnen weiterhin mit rückläufigen Exporten. Damit bleibt die Entwicklung der deutschen Exportwirtschaft uneinheitlich und hängt stark von der jeweiligen Branche, den internationalen Absatzmärkten und der globalen Nachfrage ab.

Auch die regionale Verteilung der Nachfrage spielt eine wichtige Rolle. Während sich der europäische Markt zuletzt als wichtiger Impulsgeber erwiesen hat, bleibt China für viele deutsche Unternehmen ein schwieriger Absatzmarkt. Die stärkere Ausrichtung auf Europa könnte damit zumindest vorübergehend einen Teil der Schwäche anderer internationaler Märkte ausgleichen.

Die jüngsten Exportdaten haben zudem zum Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal beigetragen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem ersten Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Anstieg der Wirtschaftsleistung vor allem auf die positive Entwicklung der Exporte zurück.

Trotz der verbesserten Stimmung bleibt der Ausblick mit Unsicherheiten verbunden. Die deutsche Exportwirtschaft ist in besonderem Maße von der Entwicklung der internationalen Nachfrage, geopolitischen Rahmenbedingungen, Handelsbeziehungen und der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen abhängig. Die aktuellen Zahlen liefern daher vor allem ein Signal für eine verbesserte Stimmung und eine Belebung einzelner Exportmärkte, nicht jedoch eine Garantie für eine dauerhaft positive Entwicklung.

Dennoch lässt sich festhalten: Nach einer längeren Phase verhaltener Exporterwartungen hat sich die Stimmung unter den deutschen Unternehmen im August deutlich aufgehellt. Besonders die Nachfrage aus Europa sowie die Bereiche Elektrotechnik, Digitalisierung und Rechenzentren sorgen für neue Impulse. Gleichzeitig bleiben die Unterschiede zwischen den Branchen und Absatzmärkten erheblich.

Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, fasst die aktuelle Entwicklung entsprechend knapp zusammen: „Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf.“