In sozialen Medien und auf finanzbezogenen Onlineplattformen werben sogenannte Rückabwickler von Lebens- und Rentenversicherungen mit weitreichenden Versprechen um Kunden. Mit Aussagen wie „Bis zu 200 Prozent mehr aus Ihrem Vertrag herausholen!“ versuchen Anbieter, Versicherungsnehmer von einer Übertragung ihrer Ansprüche zu überzeugen. Voraussetzung dafür sei häufig, dass die Kunden ihre Ansprüche aus vermeintlich ungünstigen oder „schlechten“ Verträgen an ein Drittunternehmen abtreten.
Die Anbieter stellen dabei in Aussicht, dass Versicherte auch nach Abzug der eigenen Vergütung noch deutlich mehr erhalten könnten als bei einer regulären Kündigung des Vertrags. Die tatsächlichen Ergebnisse fallen jedoch nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Hamburg häufig deutlich geringer aus.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg zeigen zahlreiche Fälle, dass Kunden teilweise nur einen Bruchteil der versprochenen zusätzlichen Auszahlung erhalten. In vielen Fällen seien nicht mehr als rund drei Viertel des Rückkaufswertes erreicht worden, der bei einer gewöhnlichen Kündigung des Versicherungsvertrags vorgesehen wäre. Zusätzlich können weitere Kosten entstehen, beispielsweise für anwaltliche Leistungen oder Gutachten.
„Unser Eindruck ist, dass die Anbieter jeden Vertrag für geeignet erklären und die Versprechungen überwiegend heiße Luft sind. In vielen Fällen sehen wir sogar gute Ansätze für eine Anwaltshaftung“, erklärt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Versicherungsnehmer, die mit der Entwicklung oder Rendite ihrer Lebens- oder Rentenversicherung unzufrieden sind, sollten daher vor einer Vertragsübertragung oder Kündigung verschiedene Möglichkeiten prüfen. Eine unabhängige Beratung kann helfen, die individuelle Vertragssituation zu bewerten und mögliche Alternativen sachlich miteinander zu vergleichen.

