Im Zuge der geplanten Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge sollen Riester-Sparer künftig die Möglichkeit erhalten, in ein neues Fördersystem zu wechseln. Für die rund 15 Millionen bestehenden Riester-Verträge ist jedoch ein Bestandsschutz vorgesehen. Dieser kann für viele Versicherte langfristig von Bedeutung sein, weshalb ein Wechsel nicht vorschnell erfolgen sollte. Denn wer einen bestehenden Riester-Vertrag beendet und in das neue System wechselt, kann nach aktueller Regelung nicht wieder in den alten Vertrag zurückkehren.
Besonders ältere Riester-Verträge können aufgrund der damals geltenden höheren Garantiezinsen attraktive Konditionen bieten. Auch Familien profitieren häufig in besonderem Maße von der staatlichen Förderung, insbesondere wenn ein geringeres Einkommen und mehrere Kinder vorhanden sind. In solchen Fällen können die Zulagen einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtförderung ausmachen.
Auch der Zeitpunkt spielt bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Für Sparer, die kurz vor dem Rentenbeginn stehen, kann ein Wechsel häufig weniger sinnvoll sein, da nur noch ein begrenzter Zeitraum für die Nutzung der Vorteile eines neuen Systems verbleibt.
Nach Einschätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) könnte das neue Fördermodell vor allem für jüngere Sparerinnen und Sparer mit einem langen Anlagehorizont interessant sein, die stärker von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren möchten.
Ob ein Wechsel tatsächlich Vorteile bringt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter Vertragsbedingungen, Alter, persönliche Lebenssituation und individuelle Vorsorgeziele. Riester-Sparer, die unsicher sind, ob eine Übertragung oder ein Verbleib im bestehenden Vertrag sinnvoll ist, sollten daher eine fachkundige und unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.


