Warum kostet ein Goldbarren mehr als der aktuelle Goldpreis? Was bedeutet LBMA und wie setzt sich der Preis eines physischen Edelmetalls zusammen?
Wer Gold, Silber, Platin oder Palladium kaufen möchte, stößt schnell auf unterschiedliche Preisangaben. Der internationale Edelmetallpreis bildet zwar die Grundlage, der tatsächliche Preis eines physischen Edelmetallprodukts setzt sich jedoch aus mehreren Faktoren zusammen.
Ein Blick auf die Preisbildung hilft dabei, Angebote besser zu verstehen und beim Kauf nicht ausschließlich auf den angezeigten Preis pro Gramm zu achten.
Wie entsteht der Preis für Edelmetalle?
Der Preis eines Edelmetalls basiert zunächst auf dem internationalen Marktpreis des jeweiligen Metalls. Für Gold, Silber, Platin und Palladium gibt es international anerkannte Referenzpreise, die sogenannten LBMA Precious Metal Prices.
LBMA steht für London Bullion Market Association. Die von der LBMA veröffentlichten Benchmarks dienen international als wichtige Referenz für die Preisbildung bei Edelmetallen.
Die Preise werden grundsätzlich in US-Dollar je Feinunze angegeben. Eine Feinunze entspricht 31,1034768 Gramm.
Für Anleger in Deutschland kommt deshalb neben der Entwicklung des Edelmetallpreises auch der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro ins Spiel.
Vereinfacht dargestellt:
- international anerkannte Referenzpreise
- Wechselkurs
- Präge- und Schmelzkosten
- Handelsaufschlag
= Preis des konkreten Edelmetallprodukts
Der LBMA Referenzpreis ist somit nicht automatisch der Preis, den ein Kunde für einen konkreten Goldbarren oder eine Goldmünze bezahlt.
Was ist der LBMA Gold Price?
Der LBMA Gold Price ist ein internationaler Referenzpreis für Gold. Er wird in London in einem standardisierten Preisfindungsprozess ermittelt.
Der Goldpreis wird zweimal täglich festgelegt. Auch für Silber, Platin und Palladium gibt es entsprechende LBMA Referenzpreise.
Für den Anleger ist dabei vor allem wichtig: Der LBMA Preis dient als Referenz für den zugrunde liegenden Edelmetallwert. Ein physisches Produkt besitzt darüber hinaus weitere preisbestimmende Eigenschaften.
Dazu gehören beispielsweise Gewicht, Feingehalt, Herstellung, Prägung, Produktart und Handelbarkeit.
Warum kostet ein Goldbarren mehr als der reine Goldwert?
Ein physischer Goldbarren besteht nicht nur aus dem darin enthaltenen Gold.
Für die Herstellung und den Vertrieb entstehen beispielsweise Kosten für:
- Verarbeitung und Herstellung
- Prüfung und Zertifizierung
- Verpackung
- Transport und Versicherung
- Lagerung und Logistik
- Handel und Vertrieb
Diese Kosten fließen zusammen mit der Handelsspanne in den Verkaufspreis ein.
Dadurch liegt der Preis eines physischen Goldprodukts in der Regel über dem reinen Metallwert.
Warum sind kleine Goldbarren pro Gramm häufig teurer?
Bei einem 1 Gramm Goldbarren fallen bestimmte Kosten unabhängig vom Gewicht des enthaltenen Goldes an.
Herstellung, Verpackung, Prüfung, Transport und Vertrieb müssen beispielsweise auch bei einem sehr kleinen Barren berücksichtigt werden.
Bei einem größeren Barren verteilen sich bestimmte Kosten auf eine größere Menge Gold. Dadurch kann der Aufschlag pro Gramm bei größeren Stückelungen geringer ausfallen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein möglichst großer Barren für jeden Anleger die beste Wahl ist.
Eine kleinere Stückelung kann beispielsweise mehr Flexibilität bieten, wenn später nur ein Teil des Edelmetallbestandes verkauft werden soll.
Goldmünzen und Goldbarren: Warum unterscheiden sich die Preise?
Auch bei Goldmünzen und anderen Anlagemünzen besteht der Preis nicht ausschließlich aus dem reinen Metallwert.
Neben Gewicht und Feingehalt können unter anderem Prägekosten, Herstellung, Bekanntheit und Handelbarkeit eine Rolle spielen.
Bei bekannten Anlagemünzen kann die internationale Verbreitung dazu beitragen, dass sie in vielen Märkten gut handelbar sind.
Welche Variante sinnvoller ist, hängt deshalb nicht nur vom aktuellen Preis ab.
Auch die gewünschte Stückelung, der Anlagebetrag und die geplante Haltedauer können bei der Auswahl eine Rolle spielen.
Tafelgeschäft oder Onlinekauf: Warum können die Preise unterschiedlich sein?
Beim Kauf von Edelmetallen gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen dem Tafelgeschäft vor Ort und dem Onlinekauf. Beim Tafelgeschäft kann innerhalb der gesetzlichen Vorgaben ein Kauf ohne Erfassung der Personalien möglich sein. Gerade für Kunden, die Wert auf Diskretion legen, kann dies ein wichtiger Aspekt sein. Bei einem Onlinekauf ist diese Anonymität hingegen nicht möglich, da für Bestellung, Zahlung und Versand personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Auch bei der Preisgestaltung gibt es Unterschiede. Beim stationären Tafelgeschäft hält der Händler das Edelmetall für den unmittelbaren Verkauf vor und trägt dadurch ein entsprechendes Kursrisiko, da sich der Edelmetallpreis zwischen Einkauf, Lagerung und Verkauf verändern kann. Beim Onlinehandel können Prozesse stärker automatisiert und größere Warenmengen zentral gehandelt werden, wodurch sich die Kalkulation anders darstellen kann.
Neben dem Preis sollten daher auch Diskretion, Verfügbarkeit, persönliche Beratung, Lieferweg und die gewünschte Flexibilität bei der Entscheidung zwischen Tafelgeschäft und Onlinekauf berücksichtigt werden.
Welche Rolle spielt der Wechselkurs?
Internationale Edelmetallpreise werden überwiegend in US-Dollar betrachtet.
Für Anleger im Euroraum ist deshalb zusätzlich der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro relevant.
Eine Veränderung des Goldpreises in US-Dollar bedeutet nicht zwangsläufig eine identische Veränderung des Goldpreises in Euro.
Deshalb sollte bei der Betrachtung einer Edelmetallanlage immer die tatsächliche Entwicklung in der jeweiligen Anlagewährung berücksichtigt werden.
Warum sollte auch der spätere Verkauf berücksichtigt werden?
Beim Kauf physischer Edelmetalle wird häufig der Einstiegspreis betrachtet. Für eine langfristige Anlage ist jedoch auch die spätere Veräußerung relevant.
Der mögliche Rückkaufpreis orientiert sich an der dann aktuellen Marktsituation und den Eigenschaften des jeweiligen Produkts.
Kaufpreis und späterer Verkaufspreis sind deshalb nicht automatisch identisch.
Eine sinnvolle Betrachtung sollte daher bereits beim Kauf berücksichtigen, wie flexibel das gewählte Produkt später wieder gehandelt werden kann.
Was sollten Anleger beim Vergleich von Edelmetallpreisen beachten?
Ein günstiger Preis pro Gramm ist nicht automatisch das entscheidende Kriterium.
Beim Vergleich können insbesondere folgende Punkte betrachtet werden:
1. Welcher internationale Referenzpreis liegt zugrunde?
2. Welche Stückelung wird angeboten?
3. Wie gut ist das Produkt später handelbar?
4. Welche Rückkaufmöglichkeiten bestehen?
Gerade bei größeren Anlagebeträgen kann es sinnvoll sein, unterschiedliche Stückelungen miteinander zu vergleichen.
Edelmetallpreise transparent erklärt
Bei Christ Konzepte möchten wir, dass Sie beim Kauf von Edelmetallen nicht nur einen Preis sehen, sondern auch verstehen, wie dieser Preis zustande kommt.
Eine persönliche Beratung kann dabei helfen, unterschiedliche Barren und Münzen hinsichtlich Stückelung, Aufgeld, Handelbarkeit und möglicher Rückkaufmöglichkeiten miteinander zu vergleichen.
Dabei steht im Vordergrund, welches Konzept zu Ihrem persönlichen Anlageziel, Ihrem Budget und Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt.
Preisliste für Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium:
Hinweis
Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Edelmetallpreise können sich laufend verändern. Die dargestellten Informationen ersetzen keine auf die persönliche Situation abgestimmte Beratung.


