Warum Eigenheimbesitzer bei der Auswahl des Tarifs nicht nur auf den Preis achten sollten
Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel können an einem Wohngebäude erhebliche Schäden verursachen. Im schlimmsten Fall wird ein Haus so stark beschädigt, dass es umfangreich saniert oder sogar vollständig wieder aufgebaut werden muss. Eine Wohngebäudeversicherung gehört deshalb für viele Eigenheimbesitzer zum grundlegenden Versicherungsschutz. Sinnvoll kann zudem eine Erweiterung um sogenannte Elementargefahren sein, zu denen beispielsweise Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen zählen.
Doch nicht jede Wohngebäudeversicherung bietet automatisch den gleichen Schutz. Unterschiede gibt es sowohl bei den versicherten Gefahren als auch bei den Leistungen, Entschädigungsgrenzen und weiteren Vertragsbedingungen. Wie wichtig ein genauer Blick auf die Leistungen sein kann, zeigt ein aktuelles Rating des Analysehauses Franke und Bornberg.
Für die Untersuchung wurden 373 Tarife von 84 Anbietern anhand zahlreicher Leistungskriterien analysiert. 76 Tarife erreichten dabei einen Erfüllungsgrad von mindestens 85 Prozent und erhielten die Spitzennote FFF+. Gleichzeitig wurden 38 Angebote mit einer der beiden schlechtesten Bewertungen eingestuft. Die Analysten kommen deshalb zu einem deutlichen Fazit: „Jeder zehnte Tarif fällt mit der Note mangelhaft oder ungenügend durch.“
Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Versicherungsbeitrag allein nur wenig darüber aussagt, wie umfangreich der tatsächliche Schutz eines Tarifs ist. Ein besonders günstiger Vertrag kann beispielsweise bei bestimmten Schadenursachen, bei der Höhe der Entschädigung oder bei einzelnen Leistungen Einschränkungen enthalten. Für Versicherte können solche Unterschiede im Schadenfall erhebliche finanzielle Folgen haben.
Besonders relevant ist die Frage, welche Gefahren überhaupt versichert sind. Zu den klassischen Risiken einer Wohngebäudeversicherung zählen in der Regel Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Wer sein Gebäude auch gegen Naturgefahren absichern möchte, benötigt je nach Vertrag eine zusätzliche Absicherung für Elementargefahren. Dazu können unter anderem Überschwemmungen durch Starkregen, Hochwasser, Erdrutsch oder weitere Naturereignisse gehören.
Dabei sollte nicht nur darauf geachtet werden, ob eine Gefahr grundsätzlich versichert ist. Ebenso wichtig sind die konkreten Bedingungen des Vertrags. Dazu gehören beispielsweise mögliche Selbstbeteiligungen, Entschädigungsgrenzen und die Frage, welche Kosten im Schadenfall übernommen werden. Je nach Tarif können auch Aufräumungs-, Abbruch- oder Wiederaufbaukosten sowie weitere Folgekosten unterschiedlich geregelt sein.
Hinzu kommt, dass die individuellen Eigenschaften eines Gebäudes eine wichtige Rolle spielen. Bauart, Wohnfläche, Standort, Alter und Zustand des Hauses können ebenso relevant sein wie bereits durchgeführte Umbauten oder besondere Einrichtungen. Auch die konkrete Gefährdungslage des Grundstücks sollte bei der Auswahl des Versicherungsschutzes berücksichtigt werden.
Eine pauschale Aussage darüber, welcher Tarif für jeden Eigenheimbesitzer geeignet ist, lässt sich daher kaum treffen. Entscheidend ist vielmehr, dass der Versicherungsschutz zum jeweiligen Gebäude und zur persönlichen Situation passt. Ein Tarif mit umfangreichen Leistungen kann beispielsweise einen höheren Beitrag kosten, dafür aber bestimmte Risiken und Kosten besser abdecken.
Auch bestehende Verträge sollten regelmäßig überprüft werden. Veränderungen am Gebäude, beispielsweise durch einen Anbau, eine Modernisierung oder den Ausbau zusätzlicher Wohnfläche, können Auswirkungen auf den notwendigen Versicherungsschutz haben. Wird die Versicherungssumme nicht entsprechend angepasst, kann im Schadenfall eine Unterversicherung drohen.
Das Rating von Franke und Bornberg zeigt damit vor allem eines: Bei einer Wohngebäudeversicherung lohnt es sich, genauer hinzusehen. Der Preis ist zwar ein wichtiger Faktor, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden. Gerade bei einer Versicherung, die im Ernstfall die finanziellen Folgen eines großen Gebäudeschadens auffangen soll, kommt es auf einen möglichst passenden und umfassenden Schutz an.
Eine sachkundige Beratung kann dabei helfen, die Leistungen verschiedener Tarife einzuordnen und mögliche Lücken zu erkennen. Entscheidend ist letztlich nicht allein, wie viel eine Wohngebäudeversicherung kostet, sondern ob sie im Schadenfall tatsächlich die Leistungen bietet, die für das konkrete Gebäude benötigt werden.


